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Vlorë

Unsere nächste Station ist Vlorë, eine Hafenstadt im Süden Albaniens. Sehr beeindruckt sind wir von der Straße, die zu unserer Unterkunft führt. Sie besteht aus riesigen Pfützen, die sich in den zum Teil recht tiefen Schlaglöchern gebildet haben. Im Schneckentempo, schwankend wie ein Hochseedampfer auf stürmischer See, arbeiten wir uns immer weiter vor, gefolgt und überholt von Geländewagen, öffentlichen Bussen, Lastern und Mopeds.

 

Unsere Unterkunft lieg nicht weit vom Strand entfernt, die Leute sind sehr nett, hilfsbereit, aufmerksam. Wir kommen an und erkunden die Gegend. 

 Der Strand Richtung Stadt führt an Hotelanlagen, verfallenen und verlassenen, aber auch ziemlich heruntergekommenen, bewohnten Wohnblocks vorbei, an Baracken, Booten, Schafherden. Autos fahren am Strand, es scheint erlaubt zu sein. Zumindest wird es von der Polizei nicht unterbunden. Bei der Erfahrung mit unserer Straße, kann ich die Leute sehr gut verstehen, trotzdem ist der Anblick von Verkehr auf Sandstrand mehr als befremdlich für mich.

 

Wir entdecken wieder eine Autoleiche in der Nähe des Strandes. Dieses Mal ein Polizeibus, der, ziemlich demoliert und heruntergekommen, auf der Wiese eines Hotel steht. Ein spannendes Objekt für die Kinder und mich, das wir uns näher anschauen. Während wir um den Bus herumgehen und ich Fotos mache, nähert sich uns ein Polizist. Und verscheucht uns. Wir sind auch wirklich gefährlich Gesellen...

 

Die Stadt selbst wird dominiert von Wohnblocks, Hotels und Banken. Es gibt auch hier viele Cafés, Bars und einige Restaurants, sie können der Stadt ihre Kälte und Anonymität dennoch nicht wirklich nehmen. Zumindest nicht in dieser Jahreszeit.

 

Landschaftlich liegt die Stadt allerdings sehr schön. Schon auf der Hinfahrt kommen wir an uralten, großen Olivenhain-Plantagen vorbei, im Hintergrund die Berge, vor Vlore den Blick auf die Halbinsel Karaburun, Meeresschutzgebiet und Nationalpark. Die Halbinsel ist nur zu Fuß oder mit dem Boot erreichbar, vielleicht ein Ziel für spätere Besuche. für dieses Mal reicht uns die Zeit nicht.

Auch die Strände rund um die Stadt sehen sehr einladend aus. Und auch hier wieder - natürlich - Bunker.

 

Zwischen Vlore und dem italienischen Otranto liegen nur etwa 70 Kilometer, weshalb die „Straße von Otranto“ wie die Meerenge auch heißt, gut geeignet war und gerne genutzt wurde, um Menschen, Waffen und Drogen zu schmuggeln. 

 

In der Nähe von Vlorë gibt es eine Olivenöl-Mühle, die wir gerne besuchen würden. Sie produzieren unter anderem Bio-Olivenöl für die Schweiz, dadurch werden wir auf sie aufmerksam. Netterweise stellt der schweizer Vertrieb den Kontakt her und zwei Tage später fahren wir dorthin, um uns anzusehen, wie hier Olivenöl hergestellt wird.

Der Sohn des Besitzers begrüßt uns, nimmt sich viel Zeit und erklärt die verschiedenen Schritte vom Säubern, Waschen und Zerkleinern bis zum Pressen, Lagern und Abfüllen des Öls.

Das Öl, das sie zum Verkauf produzieren, wird im Oktober gepresst, weil diese Oliven die beste Qualität haben. Jetzt kommen die Leute der Region und lassen ihre eigenen Oliven zu Öl pressen.

Er zeigt uns die Olivenöl-Tanks im Untergeschoss des Gebäudes und lässt uns die verschiedenen Pressungen probieren, darunter auch das Öl für die Schweiz. Dort füllt er auch einen Kanister für uns ab, den wir am Ende der Führung gerne mitnehmen.

Ein spannender Abstecher ins Umland von Vlorë.



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Kommentare: 2
  • #1

    Stefanie Hollstein (Samstag, 21 Januar 2017 11:29)

    Hallo Irene, Hallo liebe Welt-erfahrer,
    möchte mich noch für die schöne Weihnachtskarte bedanken welche ich von Euch erhalten habe. Wie ich sehe habt ihr nach Weihnachten weiteren "Familienzuwachs" bekommen. grins (zwei Hunde und vier Welpen / die sind wirklich süß) Da hat Barbara ja eine gute Begleitung auf der Rückreise.

    Ich denke Ihr habt mittlerweile den Europäischen Kontinent verlassen. Seid Ihr mittlerweile in Thailand angekommen? Asien ist wirklich ein guter Kontinent zum entschleunigen. Freu mich schon auf Eure nächsten Blockeinträge.

    An dieser Stelle verabschiede

  • #2

    Stefanie Hollstein (Samstag, 21 Januar 2017 11:32)

    An dieser Stelle verabschiede ich mich erst mal mit einem "Sawadeeh kah"
    Liebe Grüße auch an Sontje, Jorne + Christian.